Der vergessene Weltmeister – Renate Franz

14,80 

Der vergessene Weltmeister

Das rätselhafte Schicksal des Radrennfahrers Albert Richter von Renate Franz

Broschur, 192 Seiten mit zahlreichen Fotos
ISBN 978-3-936973-34-1 [9783936973341]
Erscheinungsdatum Juli 2007

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Beschreibung

Trotz seiner Rolle als herausragender deutscher Sprinter in den dreißiger Jahren stand Albert Richter den nationalsozialistischen Machthabern stets ablehnend gegenüber. So verweigerte er mitunter den Hitlergruß sowie das Tragen von Trikots mit Hakenkreuz. Er bezeichnete die Nazis als „Verbrecherbande“ und sah sich nach Kriegsbeginn in der vertrackten Lage, als Soldat eingezogen zu werden: „Ich kann nicht auf Menschen schießen, die ich liebe.“ Außerdem hielt er an seinem jüdischen Manager Ernst Berliner fest. Die Gestapo fing darauf hin an, Druck auf seine in Köln lebenden Eltern auszuüben. Nach Kriegsbeginn wurde Richter zudem zu Spionagediensten im Ausland gedrängt. Dies veranlasste ihn Ende 1939, Deutschland endgültig in Richtung Schweiz zu verlassen. Bei seiner letzten Reise wollte er zusätzlich für einen anderen jüdischen Freund rund 13.000 Reichsmark mitnehmen, die dieser ihm anvertraut hatte. Am Grenzübergang Weil am Rhein wurde das Geld jedoch gefunden, Richter inhaftiert. Am 3. Januar 1940 fand man ihn tot in seiner Zelle im Gefängnis von Lörrach. Die offizielle Version lautete: Selbstmord. Es gibt jedoch Zeugen, die von Blutspuren sowie Einschusslöchern am Leichnam berichten. Der Familie wurde zudem verboten, den Sarg Richters noch einmal zu öffnen. Diese und weitere Indizien sprechen dafür, dass Richter in Lörrach ermordet wurde.

„Albert Richter ist ein hoch begabter Sprinter, ein talentvoller Rennfahrer, dem der deutsche Radrennsport schon jetzt für alle Zeiten einen Ehrenplatz neben seinen erfolgreichen Größen einräumen muss“, schrieb „Der Deutsche Radfahrer“ über einen jungen Mann, der im September 1932 in Rom sensationell Amateur-Weltmeister im Sprint geworden war, noch zahlreiche internationale Medaillen und Bahnklassiker gewann und zu den populärsten Sportlern seiner Generation gehörte. Doch nur wenige Jahre später hieß es in derselben Verbandszeitschrift voller Häme über Albert Richter: „Sein Name ist für alle Zeit in unseren Reihen gelöscht.“

Mit seinem Mut und seiner Geradlinigkeit war Albert Richter bei den Machthabern und Sportfunktionären des Dritten Reiches in Ungnade gefallen. Er stand der nationalsozialistischen Ideologie kritisch gegenüber, verweigerte mehrfach das Tragen von Hakenkreuztrikots und hielt an seinem jüdischen Manager Ernst Berliner fest. Im Jahre 1940 kam Albert Richter im Gefängnis von Lörrach unter mysteriösen Umständen ums Leben. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde er von der Gestapo ermordet.

Der Journalistin Renate Franz ist es dank aufwändiger, akribischer Recherchen und zahlreicher Interviews mit Zeitzeugen gelungen, Licht in das Dunkel zu bringen. Ihre Dokumentation „Der vergessene Weltmeister“ rollt das Leben eines ungewöhnlichen Menschen und Sportlers auf und beleuchtet die Umstände seines Todes neu. Viele entlarvende Einblicke in die Geschichte des Radsports und der Stadt Köln in der NS-Zeit machen dieses neu aufgelegte Buch, das sich oft wie ein Krimi liest, zur Pflichtlektüre.

Pressestimmen:

  • „Diese Dokumentation ist mitreißend geschrieben wie ein brillanter Krimi, beim Zuschlagen des Buches bleibt ein dicker Kloß im Hals und man weiß wieder, was ein echter Held des Radsports ist.“ (Radsport Rennrad, August 2007)

Die Autorin:

Die Journalistin Renate Franz, geb. 1954 in Solingen, studierte Geschichte und Germanistik an der Universität zu Köln. Seit 1994 ist sie als Autorin tätig. 1998 veröffentlichte sie zum ersten Mal das Buch „Der vergessene Weltmeister“ über den Kölner Radweltmeister Albert Richter, der 1940 mutmaßlich von der Gestapo ermordet wurde. Von 1998 bis 2001 organisierte sie auf der Albert-Richter-Radrennbahn in Köln-Müngersdorf, für deren Benennung sie sich zuvor engagiert hatte, die Bahnrad-Veranstaltung „Die Freitag Nacht“ und initiierte den „Albert-Richter-Cup“ des Bundes Deutscher Radfahrer für den Nachwuchs im Bahnsprint. Für ihre Verdienste um den Bahnradsport wurde Renate Franz im Jahr 2003 als erste Deutsche vom Weltradsportverband als „Volontaire UCI“ ausgezeichnet. 2003 begann sie auch mit der Erfassung des Archivs des Berliner Radsportjournalisten Fredy Budzinski in der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihre Budzinski-Biografie wird in der Schriftenreihe der Hochschul-Bibliothek erscheinen.

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